Aug 19
Nachhaltigkeit? Warum nicht! Blog

LESSISM – Der kleine Minimalismus

LESSISM ist für mich die Lightversion von Minimalismus.

Mancher fühlt sich von dem Begriff Minimalismus eingeschüchtert. Dabei sagt man, daß Minimalismus eine Ansichtssache ist und daß jeder für sich selbst entscheiden muss, wie sein persönlicher Minimalismus aussieht und was zu den eigenen Umständen passt. Für mich ist das einfach LESSISM.

Für viele Leute ist es nicht möglich, minimalistisch zu leben. Entweder lässt es das Umfeld (Familie, Partner, Kinder) nicht zu oder man kommt an seine eigenen Grenzen, weil man sich zum Beispiel von einigen Dingen nicht oder noch nicht trennen möchte.
Nur weil man sich von gewissen Dingen nicht trennen kann, heißt es noch lange nicht, daß man sein Leben nicht aufräumen, vereinfachen und organisieren kann.

Die Dinge die du besitzt, besitzen irgendwann dich! – Fightclub

Je weniger du hast, um so weniger beschäftigt dich. Du brauchst weniger Zeit um sauber zu machen und aufzuräumen. So hast du mehr Freizeit und Zeit.

Also packen wir es an! 

 

1. Klein anfangen

Man neigt ja immer dazu alles auf einmal zu wollen. Aber jeder Schritt zählt.

Das Motto „Ganz oder gar nicht“ streichen wir beim Ausmisten und Aufräumen besser. Man kann nicht alles auf einmal angehen. Der Berg ist oft viel zu groß und der Gipfel wird damit unerreichbar. Nimm dir immer nur einen Teil vor – einen Korb, eine Schublade, einen Schrank, vielleicht einen Raum. Und schon hast du erreichbare Ziele. Das schafft Erfolge und stärkt die Motivation. Es fühlt sich so gut an, wenn man einen Teil fertig hat. Wer weiß, vielleicht ist die Motivation ja so groß, dass du dich gleich an den nächsten Teil machst.

Ein kleiner Tipp: Mach Dir eine To-Do-Liste.

 

2. Stück für Stück

Es  muss nicht alles sofort weg. Das ist Quatsch. Alles hat seine Zeit und du hast dein Tempo.

Fang mit etwas Leichtem an. Jeder hat ja Ecken auf die man keine Lust hat oder Bereiche wo die Herausforderung zu groß scheint. Dann schaffe dir erstmal Erfolge mit anderen Ecken und motiviere dich selbst. Irgendwann ist alles erledigt. Es ist ein Prozess. Ich habe mehrmals ausgemistet, weil ich immer wieder festgestellt habe, dass doch noch vieles überflüssig ist.

 

3. Alles hat seinen Platz

So kann man die Sachen direkt zurück räumen – gerade Kleinkram. Und nichts liegt mehr rum.

Dazu gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Gut ist es noch, wenn jede Kategorie zusammen irgendwo verstaut ist. Also finden in Zukunft alle Sportsachen an einem Ort Platz, Bücher haben einen festen Platz, das Werkzeug wird in einer Schublade gesammelt und der komplette Bürobedarf wie Stifte, Blöcke, Tesa Film bekommt einem Ort.

 

4. Ausmisten mit System

Mag ich das? Brauche ich das? Schmeiß nicht gleich alles weg. Sondern pack es erstmal zur Seite.

Erst mal kann man sich fragen: Was mag ich nicht? Was brauche ich nicht? Was benutze ich nie?
Dann ist schon mal einiges entschieden. Danach geht es weiter und dafür gibt es 3 Techniken, die ich besonders gut finde.

1. Im Kleiderschrank kannst du an der Stange alle Bügel umdrehen. Alles was du nach einem halben oder einem ganzen Jahr nicht umgedreht hast – das kann weg.
2. Genauso kannst du es auch in anderen Fächern und Schränken machen. Alles etwas zusammenpacken und Fächer leer lassen. Alles was nach Ablauf der Zeit im leeren Fach gelandet ist – diese Dinge bleiben.
3. Kisten machen: Müll, Verschenken, Verkaufen, Weiß-ich-nicht (Diese Kiste kommt auch nach Ablauf der Zeit weg, alles was es raus geschafft hat, das bleibt.)

 

5. Gut verstaut

Wer Ordnung schaffen und Ruhe in die Räume bringen will. Der braucht Türen und Kisten.

Ich hebe alle Kisten und Kartons auf die hübsch sind und mir zum Verstauen sinnvoll erscheinen. So fliegt der Kleinkram nicht mehr überall rum und man findet alles schnell wieder. Die Kisten kann man auch noch beschriften, um alles im Überblick zu haben.

 

6. Papierkram

Sammle alles zusammen und packe verschiedene Haufen. Sortiere Altpapier aus und hefte dann alles ordentlich ab.

Bei fast jedem fliegen Briefe und Unterlagen überall herum. Obwohl ich Ordner habe, muss ich immer mal wieder ran, um auszusortieren und abzuheften. Aber immer benötige ich nur noch eine Stunde statt einen Tag. Nehmt euch Ordner her, gestaltet sie schön und beschriftet den Rücken mit den Inhalten. Innen könnt ihr euch auch schöne Trennblätter für die Übersichtlichkeit machen. Und schafft euch eine Ablage an für neue Briefe etc. Eine To-Do-Ablage ist auch nicht schlecht, so könnt ihr die Sachen abarbeiten und dann rüber in die Ablage zum Abheften legen.

Ein anderes Konzept: Das papierlose Büro. Es gibt mittlerweile tolle Apps, mit denen man Briefe schnell einscanen kann und mehrseitige Dokumente erstellen kann. Das möchte ich demnächst auch machen. Dann kann man die Ordner entweder komplett entsorgen oder nur noch wenige Blätter aufheben und den Ordner zum Beispiel im Keller verstauen.

 

7. Wohntextilien

In manchen Schränken findet man Handtücher etc. die nie benutzt wurden und nur unnötig Platz wegnehmen.

Man hat einfach von allem zu viel. Wir haben mittlerweile nur noch für jeden Bettwäsche zum Wechseln. Und etwa 4 bis 5 Handtücher pro Person, damit es auch in der Badesaison im Sommer reicht. Dann noch ein paar Händetücher, Waschlappen und etwas für Gäste – fertig. Nur Spüllappen und Geschirrspültücher haben wir einige mehr, es soll ja hygienisch sein. Was zu viel ist, könnt ihr zu Servietten, Taschentücher, Kissen, Lappen etc. verarbeiten, um noch mehr Müll zu vermeiden oder verschenken.

 

8. Küchenchaos

Küchengeräte die niemand benutzt, Vorratsdosen ohne Deckel und Schubladen voller Kochhilfen.

Damit ist jetzt Schluss. Als wir unsere Küche aussortiert haben, da bekam ich fast einen Schlag. Wir hatten fast alles doppelt aus unseren zwei Haushalten. Und wir hatten Unmengen von Dingen, die wir nie benutzen. Wir haben allein 3 Umzugskartons aus der Küche geschafft. Und mir fallen immer noch wieder Dinge auf, die wir nicht brauchen. Am besten Ihr räumt alles aus dem Schrank und dann kommt nur noch rein, was ihr auch wirklich benutzt. Wir haben kürzlich jemanden mit den alten Sachen ganz glücklich machen können. Es gibt immer junge Leute, die gerade ihren ersten Haushalt gründen und nicht viel Geld haben.

Tipp: So kann man auch gleich mal sauber machen, wenn es nötig ist. 

 

9. Bücher und DVD’s

Das sind auch Dinge die oft viel Stauraum wegnehmen. Obwohl man nichts davon benutzt.

Ich selber lesen auch lieber ein richtiges Buch, dann hat man etwas in der Hand. Der Geruch vom Papier, das Blättern der Seiten. Herrlich. Aber in der Regel liest man ein Buch nur ein Mal. Genauso ist es mit DVDs, man schaut sie vielleicht ein paar mal und dann stehen sie rum und stauben ein. Verkauft die überflüssigen Sachen, verschenkt sie oder stellt Bücher bei euch in der Nähe in Bücherschränke. Oder eröffnet bei euch im Hausflur ein kleines Regal und stellt da Sachen hin zum Mitnehmen oder Tauschen. Eine gute Alternative sind auch E-Books. Gerade bei Sach- und Infobüchern, die man immer mal wieder benötigt. Filme könnte ihr mittlerweile bei vielen Portalen leihen und kaufen. Kostet monatlich weniger als eine DVD und ihr könnt schauen soviel wie ihr wollt.

 

10. Überfluss im Bad

In jedem Bad findet man Unmengen von Pflegeprodukten, Schminke und Putzmitteln.

Da kann sich vermutlich keine Frau von frei sprechen, außer sie ist schon länger im Thema. Nagellacke, Lippenstifte, Cremes und Duschgele, von allem mehrere Ausführungen damit auch ja genug Abwechslung herrscht oder weil es wieder irgendeine Limited Edition gab. Aber brauch man das wirklich? Eigentlich kann man gar nicht alles benutzen. Von den ganzen Plastikverpackungen und chemischen Zusätzen, wenn man keine Naturkosmetik kauft, fange ich gar nicht erst an.

Das Gleiche ist es mit Putzmitteln. Für alles gibt es irgendein Mittelchen und der Schrank ist voll. Man kann mit 5 Hausmittelchen den gesamten Haushalt sauber halten.

 

11. A girl’s best friend

Der Schrank oder auch die Schränke? Kleidung, Schuhe und Accessoires für gefühlt mehrere Frauen?

Nun kommen wir zum letzten und für viele zum schwierigsten Punkt, dem Kleiderschrank. Kleidung, Schuhe, Taschen, Accessoires und Schmuck – was auch immer. Man hat von allem so viel, dass man es gar nicht alles anziehen kann, auch nicht in Jahren. Ich zum Beispiel trage fast nie Schmuck, bis auch ein paar Teile. Trotzdem habe ich fast eine Schublade voll. Ich sage nur Jäger und Sammler. Mittlerweile habe ich nur noch einen Kleiderschrank mit 2 Türen, 3 Schuhfächer und eine Schublade.

Meine Technik: Alles raus und nur noch rein was auch wirklich getragen wird. Bei den Sachen mit denen wir unsicher sind, verfahren wir wie bei Ausmisten mit System beschrieben.

Kleiner Tipp: Eine kleine ausgewählte Garderobe spart wertvolle Zeit vor dem Kleiderschrank. Stell dir aus weniger Teilen deine Lieblingsoutfits zusammen und schon geht’s morgens endlich schnell.

5 Comments

  1. Less
    19. August 2018 at 8:28 · Antworten

    Echt toll, grad auch der Ansatz zu Beginn: Mag ich! Danke fürs Teilen.

  2. Kitty
    20. August 2018 at 16:25 · Antworten

    Super toller Beitrag ❤️ Danke dafür!

  3. Kitty
    20. August 2018 at 16:27 · Antworten

    Toller Beitrag ❤️ Ich selbst beginne gerade mit meiner Zero Waste/Minimalismus-Reise und musste selbst feststellen, dass mich viele Blogs und Instagram-Profile unter Druck setzen nach dem Motto „alles sofort und am besten gestern und zu 100%“. Deswegen finde ich deinen Feed ganz besonders toll und dieser Beitrag ist wirklich perfekt.

  4. Andrea
    12. November 2018 at 16:27 · Antworten

    Schöner Beitrag, ich freu mich auch schon auf unseren baldigen Umzug und wir bereiten uns schön langsam drauf vor. Dabei soll einfach nichts mit was nicht gebraucht wird.

    • admin
      25. November 2018 at 23:41 · Antworten

      Ja es ist ein kleiner Befreiungsschlag und was könnte ein besserer Zeitpunkt sein als ein Umzug. Perfekt.

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